03. Dezember 2018: Die Energiewende stagniert. Das Klimaschutzziel 2020 wird verfehlt. Der Kohleausstieg und der notwendige Strukturwandel in den Tagebaurevieren verzögert sich. Um nicht tausende Arbeitsplätze zu gefährden muss jetzt umgesteuert und in innovative Speichertechnologien investiert werden. Von Dipl. Ing. Michael StuschCEO von H2-Industries.

Es zeichnet sich schon eine Weile ab, dass die Energiewende nicht so vorankommt, wie es die Bundesregierung geplant hat. Das bestätigt der Entwurf des Klimaschutzberichts 2018, den Bundesumweltministerin Svenja Schulze gerade vorgestellt hat. Demnach wird 2020 der Rück-stand auf das Klimaschutzziel acht Prozentpunkte betragen. Statt wie geplant 40 Prozent weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 werden es nur 32 Prozent sein.

Hinzu kommt, dass Frankreich nun offenbar Deutschland innerhalb der G20 von der Spitzenposition als attraktivster Markt für Investitionen in Erneuerbare Energien verdrängt hat. Das ist das Ergebnis des Allianz climate and energy monitor 2018. Dieser kommt auch zum dem Schluss, dass alle G20-Länder wesentlich mehr in erneuerbare Energie investieren müssten, um die Erderwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Zusätzlich müssten die Länder ambitionierte, beständige und transparente Langfriststrategien für eine vollständige Dekarbonisierung umsetzen, heißt es weiter.

Dies wäre dringend notwendig, denn etwa vier Fünftel der weltweiten Treibhausgase werden von den G20-Ländern emittiert. Das liegt auch daran, dass sie 82 Prozent ihrer Energie aus den fossilen Brennstoffen Kohle, Öl und Gas beziehen, so der „Brown to Green“-Bericht von Climate Transparency.

Eine langfristige Strategie für den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung versucht die Regierungskommission „Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung“, kurz Kohlekommission, zu erarbeiten. Bekanntlich wurde der ursprünglich für dieses Jahr geplante Abschlussbericht nun auf Anfang 2019 vertagt. Hintergrund ist ein sich bereits seit langer Zeit abzeichnender Dissens der Kommissionsmitglieder zu der Frage, wie ein möglicher Kohleausstieg in den struktur-schwachen Regionen so abgebildet werden kann, dass nicht tausende Arbeitsplätz verloren gehen. Da geht es für die teilnehmenden Politiker um jeden Arbeitsplatz und jeden Euro. Damit ist auch der Plan der Bundesregierung geplatzt, den Kohleausstiegsplan diese Woche auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz vorzustellen.

Im Kern wird die Strukturwandelkommission daher die nächsten Monate um die Frage ringen müssen, wie der Strukturwandel in den betroffenen Regionen vorangebracht werden kann und Arbeitsplätze nachhaltig aufgebaut und erhalten werden können. Dazu hat das Bundes-wirtschaftsministerium kürzlich den Projektbericht „Erneuerbare-Energien-Vorhaben in den Tagebauregionen“ veröffentlich. Ein wichtiges Ergebnis: „Die verstärkte Nutzung von Erneuerbaren Energien (EE) und Power-to-X-(PtX)-Anlagen kann einen Beitrag zu einem ökonomisch erfolgreichen Strukturwandel leisten.“ Allein für das Lausitz-Braunkohlerevier errechnet die Studie ein Beschäftigungspotenzial von mehreren hundert bis zu einigen tausend Arbeitsplätzen. Dies lässt sich in weiten Teilen auch auf die anderen Braunkohlereviere übertragen. Mit einer gezielten Transformation hin zu Energiewenderegionen ließe sich ein großes Potential für Beschäftigung und Wertschöpfung im Rheinischen, Mitteldeutschen, Lausitzer und Helmstedter Revier erschließen.

Die Autoren des Projektberichts heben den verstärkten Ausbau von Solar- und Windstrom im Verbund als hybride Großkraftwerke besonders hervor. Denn diese Anlagen ließen sich schrittweise aufbauen und könnten die freiwerdende Netzkapazität der zurückgehenden Kohleverstromung synchron nutzen. Weiterhin empfiehlt das Gutachten, Power-to-X-Anlagen gezielt in den Tagebauregionen anzusiedeln.

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Genau hier braucht es also eine innovative Speichertechnologie, die diese Prämissen erfüllt. Eine solche ist die LOHC-Speichertechnologie. Mit der von H2-Industries zur Marktreife gebrachten Zukunftstechnologie lassen sich Windkraft-, Solar- und Hybridanlagen grundlastfähig machen, indem der erzeugte Strom in LOHC-Speicherlösungen zwischengespeichert wird. Witterungs-bedingte Stromschwankungen lassen sich dadurch ausgleichen und fossile Kraftwerke können ersetzt werden.

Grundlage dieser Technologie ist die ölartige Trägersubstanz Liquid Organic Hydrogen Carriers (LOHC), die Wasserstoff chemisch speichert. Sie wird mit einer einfachen Technik kombiniert: Mit Hilfe von Strom aus Erneuerbaren Energien wird aus Wasser per Elektrolyse Wasserstoff gewonnen. Dieses Gas kann man zum Betrieb von Brennstoffzellen verwenden, die schadstofffrei wiederum Strom produzieren. Die Technik ist seit langem bekannt, hatte aber bisher einen großen Nachteil: Wasserstoff musste aufwändig unter hohem Druck oder bei tiefen Temperaturen gespeichert werden. Mit der LOHC-Speichertechnologie kann Wasserstoff nun chemisch gespeichert werden und bei Umgebungstemperatur und -druck sicher und in großen Mengen gelagert und problemlos transportiert werden, ähnlich wie Diesel. LOHC-Energiespeicher-Lösungen sind skalierbar und haben eine nahezu unbegrenzte Speicherkapazität. Außerdem sind sie wiederaufladbar und über lange Zeiträume stabil. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kosten. Der Strom-zu-Strom-Speicherpreis der LOHC-Technologie wird bei 3,5 Cent liegen.

Ein zusätzliches Plus der LOHC-Speicherlösungen ist, dass sie mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel sind. In LOHC gespeicherte Energie kann in vorhandenen Tankwagen oder Pipelines von Norden nach Süden transportiert werden. So lassen sich die Kosten für den Ausbau der Stromtrassen verringern – ein weiterer Vorteil für die Energiewende. Hinzu kommt, dass für die LOHC-Speichertechnologie in den Tagebaugebieten bestehende Ressourcen wie etwa Kohle nutzbar gemacht werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit der strukturarmen Regionen sichern.

Zusammengefasst lassen sich mit der LOHC-Technologie bei geringeren Kosten viele wertvolle Arbeitsplätze schaffen. Das macht den notwendigen Strukturwandel für den Ausstieg aus der Kohleverstromung sozialgerechter.

  

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